Interview mit Dr. Markus Breitenbach, Leiter Marketing bei OKS Spezialschmierstoffe GmbH

So läuft Nachhaltigkeit wie geschmiert:

Footprint verkleinern, Handprint vergrößern

Nachhaltigkeit beschreibt ein Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren und künftig wieder bereitgestellt werden kann. Ihm möchte auch die OKS Schmierstoffe GmbH folgen. Der VTH-QUALITÄTSPARTNER der ersten Stunde ist ein führender Hersteller von Schmierstoffen in Deutschland. Als ein international tätiges Unternehmen der Freudenberg Gruppe feiert OKS in diesem Jahr sein 40. Firmenjubiläum.

Negative Produktionsfolgen für die Umwelt will OKS minimieren, die Möglichkeiten einer nachhaltigen Ressourcennutzung dagegen maximieren. Zum einen arbeitet das Unternehmen daran, seinen sogenannten „Footprint“ zu verkleinern: Dazu werden Prozesse und Anlagen immer weiter verbessert, um so ressourcenschonend wie möglich zu produzieren. Zum anderen möchte die OKS Schmierstoffe GmbH ihren „Handprint“ vergrößern und durch die Entwicklung innovativer Produkte den Kunden helfen, die Effizienz zu erhöhen.

Wir haben mit dem Leiter Marketing bei OKS, Dr. Markus Breitenbach, am Stammsitz des Unternehmens in Maisach bei München darüber gesprochen, wie sein Unternehmen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kundennutzen konkret miteinander verbindet.

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IQ:
Wie sieht die Nachhaltigkeits-Philosophie Ihres Unternehmens aus? Was sind Ihre Prioritäten?

Dr. Markus Breitenbach:
OKS übernimmt Verantwortung für Mensch und Umwelt. Die Grund- und Rohstoffe für OKS-Produkte kommen aus aller Welt – und OKS liefert seine Produkte in alle Welt. Die Verantwortung des Unternehmens beschränkt sich daher nicht auf die unmittelbare Umgebung des deutschen Firmenstandortes.

Um die Nachhaltigkeit in unserem gesamten Wirkungskreis zu steigern, fragen wir uns deshalb: Wie kann unser Unternehmen seine eigenen Geschäftsprozesse noch effizienter, nachhaltiger und verantwortungsbewusster gestalten und Ressourcen schonen? Welche weiteren Produkte und Lösungen können wir entwickeln, damit Kunden und Anwender effizienter, sicherer und nachhaltiger fertigen und ihre Endprodukte weniger Ressourcen verbrauchen?

Im nachhaltigen Gestalten von Prozessen und beim Entwickeln neuer Produkte kommt der Sicherheit eine hohe Priorität zu. Sicherheit bezieht sich immer auf den Schutz der Menschen, egal ob sie für OKS oder mit OKS-Produkten arbeiten. Sicherheit bezieht sich ebenso auf mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, die beim Produzieren oder Anwenden der Produkte entstehen.

OKS ist Teil der Freudenberg Gruppe. Wie drückt sich das beim Thema Nachhaltigkeit aus?

Das von OKS entwickelte Konzept basiert auf der Strategie der Freudenberg Gruppe als Muttergesellschaft von OKS. Sie definiert nachhaltiges Handeln als Teil der Unternehmenskultur mit ihren Werten und Grundsätzen. Dazu gehören Mehrwerte für den Kunden, Innovation, Führung, Verantwortung für die Menschen – verbunden mit einer langfristigen Orientierung.

An welchen Stellschrauben drehen Sie, um den „Footprint“ kleiner werden zu lassen?

Zum Minimieren des eigenen Footprint und einem nachhaltigen Steuern der Wertschöpfungskette setzt OKS umfangreiche Programme mit zum Teil erheblichen Investitionen um. Und hier sind die Stellschrauben ein verringerter Energieverbrauch und damit reduzierte CO2-Emissionen, geringere Emissionen durch geschlossene Fertigungsverfahren, Rückgewinnung bestimmter Betriebsstoffe wie Lösemittel, verringerte Abfälle in der Fertigung (Verpackungs- und Produktionsmaterialien), effizientes Dämmen von Unternehmensgebäuden und ein weitgehend lokales Beschaffen von Rohstoffen, um die Transportwege zu verkürzen.

Den Nachhaltigkeitsbegriff des (ökologischen) Footprints kennt jeder. Der Begriff für nachhaltige Lösungen und Nutzerpotentiale, der „Handprint“, ist dagegen in der Öffentlichkeit noch relativ wenig bekannt. Was macht ihn aus?

Ein verringerter Ressourceneinsatz ist nicht nur für unseren eigenen Footprint positiv, sondern auch für unsere Kunden. Der Anwender, der Produkte auf regenerativer Basis einsetzen kann, verringert seinen ökologischen Footprint und muss sich dadurch auch weniger Gedanken um die Entsorgung von gebrauchten Schmierstoffen machen. Wenn wir moderne Schmierstoffe anbieten, deren Betriebsdauer weit über der Verwendbarkeit konventioneller Schmierstoffe liegt, verringert das nicht nur die Menge des eingesetzten Schmierstoffs, sondern bringt auch handfeste wirtschaftliche Vorteile wie eine längere Betriebsdauer, weniger Maschinenstillstand und einen verringerten Wartungsaufwand. Unseren Kunden diese ökonomischen und ökologischen Vorteile zu bieten, das ist unser Handprint.

Bei den VTH-QUALITÄTSPARTNERN und -Mitgliedern wird Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Formen engagiert gelebt.

Mehr Informationen

Können Sie uns ein Beispiel für ein OKS-Produkt geben, das Nachhaltigkeit und Kundennutzen ideal miteinander verbindet?

Nehmen wir das Thema Schmierstoffe und Abfallentsorgung. Eine längere Betriebsdauer unserer modernen Schmierstoffe wirkt sich, wie gerade beschrieben, sehr positiv aus. OKS setzt dieses Wissen für seine Kunden und Anwender ein. In den hauseigenen Labors entwickeln Experten Spezialschmierstoffe. Bei einer Lebensdauerschmierung ist ein Bauteil wie das Wälzlager einer Maschine während seiner gesamten Nutzungsdauer nur ein einziges Mal zu schmieren. Nachschmierungen entfallen! Effizienter geht es kaum.

OKS-Kunden und Anwender profitieren von Spezialschmierstoffen doppelt: Weniger Reibung an wichtigen Bauteilen erhöht die Betriebsdauer der gesamten Anlage. Und der Anwender braucht weniger Schmiermaterialien. Folglich fallen spürbar geringere Mengen gebrauchter Fette und Öle an, die es am Ende aufwendig zu entsorgen gilt.

Die Diskussion um Neue Energien nimmt in der Öffentlichkeit ungeahnte Wendungen. Beispiel Windkraft: Diese wird teilweise sogar von Naturschützern wegen ihrer Auswirkung auf Vögel und Insekten oder aufgrund von (indirekten) Umweltverschmutzungen kritisiert. Hier hat Ihr Unternehmen eine Lösung anzubieten?

Ja, tatsächlich. Denn Betreiber von Windkraftanlagen sind angehalten, alle Rotoren in regelmäßigen Abständen von Ablagerungen zu befreien. Ablagerungen beeinträchtigen unter Umständen das aerodynamische Verhalten der gesamten Anlage und die Energieausbeute. Beim Reinigen vor Ort kommt es vor, dass Mittel in die Umwelt gelangen. Daher ist besonders beim Einsatz an Offshore-Anlagen auf hoher See ein umweltschonender Einsatz dieser Reinigungsmittel unverzichtbar. Es gilt das empfindliche ökologische Gleichgewicht der Meere langfristig zu schützen.

OKS entwickelte für Hersteller und Betreiber von Windparks spezielle Reinigungsprodukte, die biologisch abbaubar sind und die Rotoren effektiv säubern. Ähnlich hohe Anforderungen bestehen übrigens auch beim Bau von Passagier- und Containerschiffen in den Werften und in der Marinetechnik. OKS entwickelte für diese und weitere Bereiche spezielle, biologisch leicht abbaubare Hochleistungsschmierstoffe und unterstützt seine Kunden und Anwender wirksam dabei, Wasser und Umwelt nachhaltig zu schonen.

Ihr Unternehmen ist 40 Jahre alt geworden. War das der Grund, eine „nachhaltige Standortbestimmung“ vorzunehmen?

Nein, beides steht für sich. Aber natürlich fangen wir im Jahr 40 nicht erst an, uns Gedanken über ökologische, soziale und ökonomische Fortschritte zu machen. Schon bei der Gründung war es das Ziel des Unternehmens, nicht nur jederzeit qualitativ hochwertige Produkte zu liefern, sondern darüber hinaus im Austausch mit den Kunden zu Verbesserungen zu kommen. Gemeinsam mit dem Technischen Handel bietet wir aus diesem Grund eine erstklassige Beratung an und stellen eine hohe Problemlösungskompetenz vor Ort sicher.

Footprint – Handprint

Nachhaltigkeit bei OKS