27.05.2020

Jetzt erkennen und vorbeugen:

Gefahr unkontrollierter Schlauchleitungsplatzer im Sommer

VTH-Fachgruppe „Schlauch- und Armaturentechnik“ informiert darüber, was jetzt bei Schlauchleitungen zu beachten ist.

In der warmen Jahreszeit ist in den Polizeiberichten häufiger von Unfällen oder Umweltschäden zu lesen, die auf geplatzte Schlauchleitungen zurückzuführen sind. Nicht selten sind beispielsweise Land- oder Baumaschinen betroffen, die durch eine unbemerkt geborstene Hydraulik-Schlauchleitung Öl verlieren und so die Einsatzkräfte auf den Plan rufen. Nicht weniger ärgerlich sind geplatzte Wasserschlauchleitungen. Die umgangssprachlich genannten „Solarschläuche“ werden für die Solarthermie eingesetzt und sind häufig auf Dächern montiert. Platzen sie dort, kann das auslaufende Wasser erhebliche Schäden am Gebäude verursachen. Ebenso kann eine unwissentlich ausgefallene Schlauchleitung für die Bewässerung zu beträchtlichen Ernteschäden führen. Zugrunde liegt oft eine Gemeinsamkeit: eine überalterte oder ungeeignete Schlauchleitung.

„Für jeden Einsatzzweck, Temperaturbereich, Druckbereich und je nachdem, mit welchen Medien der Schlauch in Kontakt kommt, gibt es das passende Produkt“, weiß Hartmut Schmitz, Vorsitzender der Fachgruppe „Schlauch- und Armaturentechnik” (SAT) im VTH Verband Technischer Handel e.V. Der Technische Händler warnt: „Obgleich Schläuche bzw. Schlauchleitungen heutzutage in den Bereich High-Tech fallen, sind sie doch nicht unkaputtbar.“ Schädigende Einflussfaktoren wie Ozon, UV-Strahlung (Sonnenlicht) und hohe Temperaturen können den Schlauch vorzeitig altern und rissig werden lassen. Kommen dann, etwa im Hochsommer bei starker Sonneneinstrahlung, mehrere Faktoren zusammen, kann der Schlauch versagen.

Besondere Vorsicht ist dort geboten, wo billige oder ungeeignete Produkte zur Temperierung eingesetzt werden. So werden schwarze PVC-Schläuche durch hohe Temperaturen so weich, dass sie sich von den montierten Armaturen lösen können. Betroffen sind aber auch Gummischläuche oder Kunststoffrohre. Zu bedenken ist, dass in unseren Breiten das Wasser in einem Gartenschlauch im Sommer schnell 60 °C erreichen kann. Liegt eine Schlauchleitung nicht im Gras, sondern auf einem Dach mit Teerpappe oder im Betriebshof auf dunklem Asphalt, sind noch wesentlich höhere Temperaturen möglich.

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Schlauchleitung im Sommer

Foto: KARASTO Armaturenfabrik Oehler GmbH

Schlauchleitungen zu Beginn des Sommers warten

Daher sollten Techniker und Instandhalter im Sommer den Zustand aller Schlauchleitungen auf Ozonrisse kontrollieren und sie systematisch überprüfen. Nicht allein in Branchen wie dem Baugewerbe und der Landwirtschaft kommt es im Sommer zu einer hohen Auslastung von Mensch und Maschine. Zu dieser Zeit verursacht ein plötzliches Schlauchversagen besonders hohe Ausfallkosten. Eine vorbeugende Instandhaltung zu Beginn des Sommers ist daher eine zentrale Maßnahme. Die VTH-Fachgruppe SAT rät, alle der Witterung ausgesetzten Schlauchleitungen jetzt zu begutachten und gegebenenfalls auszutauschen. Um sicherzugehen, sollten Einkäufer nicht Mindestqualitäten, sondern direkt stärker belastbare und auf Dauer beständigere Schlauchqualitäten beschaffen.

Bei Fachfragen, Neuanschaffungen oder Wartungen helfen die Technischen Händler des VTH gerne weiter. Die Mitglieder der Fachgruppe SAT arbeiten nach den höchsten Qualitätsstandards und bieten fertig konfektionierte Schlauchleitungen mit Prüfplakette an, für die sie Schläuche und Armaturen führender Hersteller wie den VTH-QUALITÄTSPARTNERN Continental, Norres und Trelleborg sowie Geka und Lüdecke verwenden.

Weitere Tipps und Infografiken zum richtigen Betrieb von Schlauchleitungen finden sich auf www.sichere-schlauchleitung.de. Eine Fachhändler-Datenbank offeriert der VTH unter www.vth-verband.de/mitgliederverzeichnis.

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Bereits die Herstellung entscheidet über die Eignung

Welcher Schlauch für welchen Einsatzzweck geeignet ist, entscheidet sich bereits bei seiner Herstellung. Gummischläuche werden in der Regel im Extrusionsverfahren geformt. Bei diesem Prozess wird das Gummigemisch, bestehend aus dem entsprechenden Kautschuk, diversen Füllstoffen, Weichmachern und Vernetzungschemikalien erhitzt, dadurch formbar gemacht und durch eine Matrize gepresst, die den Innendurchmesser des späteren Schlauches festlegt. Dabei können Festigkeitsträger aus metallischen Drähten, natürlichen oder synthetischen Garnen den Schlauch verstärken und für eine höhere Druckbeständigkeit sorgen. Bei der abschließenden Vulkanisation werden die Moleküle des Kautschuks vernetzt; dies führt zu den gewünschten elastischen Eigenschaften des Produkts. Über dieses Beispiel hinaus gibt es jedoch eine ganze Reihe anderer Fertigungsverfahren und Schlaucharten für diverse Einsatzzwecke.

Schlauchleitungsplatzer

Symbolbild: AdobeStock

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