28.05.2026

Länger nutzen, erst dann entsorgen:

Was Arbeitgeber bei Berufs- und Schutzkleidung beachten müssen

Reparatur und professionelle Pflege verlängern die Lebensdauer von Arbeits- und Schutzkleidung – bei kontaminierter oder beschädigter Berufs- und Schutzkleidung ist jedoch eine fachgerechte Entsorgung Pflicht. Wirtschaftliche Konzepte für die Reinigung und Wartung, den Austausch und die fachgerechte Entsorgung bieten Technische Händler an, die auf Arbeitsschutz spezialisiert sind.

Berufs- und Schutzkleidung gelten längst nicht mehr als Wegwerfprodukte. Gerade hochwertige Arbeits- und Schutzkleidung für Industrie, Handwerk oder Chemiebetriebe lassen sich durch professionelle Reinigung, Reparatur und Aufarbeitung deutlich länger nutzen. Anbieter im Technischen Handel setzen deshalb auf sogenannte „Second-Life“-Konzepte: Kleidung wird geprüft, sortiert, gereinigt und instandgesetzt. Repariert werden etwa Risse, Verschlüsse oder verschlissene Partien.

Modernes Bekleidungsmanagement heißt, Arbeitskleidung so lange zu reparieren und professionell zu reinigen, wie es geht. Erst wenn die Kleidung ihre Funktion verliert, gehen die Textilfasern ins Recycling. Über ein Mitarbeiter-Bekleidungsmanagementsystem werden Rückgaben und Auskleidungen – etwa bei Fluktuation oder Saisonarbeit – gesteuert. So kann der Arbeitgeber gebrauchte und aufbereitete Kleidung den Mitarbeitern erneut zur Verfügung stellen. Das ist insbesondere wichtig, wenn die Kleidung mit Firmenlogo versehen ist“,

erklärt Lars Lübbert vom Technischen Händler GEBR. RUNDE GmbH (Hamburg) stellvertretend für die Branche. Für Arbeitgeber bedeute dies weniger häufige Ausgaben für Neuanschaffungen.

Langlebig, industriell waschbar und reparaturfreundlich

Renommierte Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung wie Bierbaum-Proenen (BP), BIG Arbeitsschutz, KÜBLER,  NITRAS SAFETY und PLANAM versorgen den Fachhandel mit qualitativ hochwertigen, langlebigen und industriell waschbaren Produkten. Durch ihre Haltbarkeit werden wertvolle Ressourcen eingespart. „Dieser Anspruch bezieht sich aber nicht nur auf Stoffe, Garne und Materialien, sondern reicht viel weiter: zum Beispiel bis hin zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen“, erläutert Fabian Kusch, Leiter Einkauf/Nachhaltigkeit bei BP, aus Sicht der Hersteller.

Fachgerechte Reparaturen können die Nutzungsdauer weiter verlängern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schutzfunktion der Kleidung vollständig erhalten bleibt.

Grenzen erreicht die Weiternutzung dort, wo Schutzkleidung sicherheitsrelevante Mängel oder gefährliche Kontaminationen aufweist. Das betrifft insbesondere PSA aus der chemischen Industrie, Lackierbetrieben oder dem Gefahrstoffbereich. Sobald Kleidung mit Lösemitteln, Lacken, Ölen, Isocyanaten oder anderen Gefahrstoffen belastet ist und sich diese Belastung nicht mehr sicher entfernen lässt, darf sie nicht weitergetragen oder repariert werden. Gleiches gilt bei beschädigten Chemikalienschutzschichten, durchtränktem Gewebe oder Materialermüdung.

Rechtliche Grundlage sind unter anderem die Gefahrstoffverordnung, die PSA-Benutzungsverordnung sowie das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Arbeitgeber sind verpflichtet, sichere Schutzkleidung bereitzustellen und kontaminierte Textilien ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist ausdrücklich darauf hin, dass PSA regelmäßig geprüft und bei eingeschränkter Schutzwirkung unverzüglich ersetzt werden muss.

Ist eine Wiederaufbereitung nicht mehr möglich, muss die Kleidung fachgerecht recycelt oder entsorgt werden – bei gefährlich kontaminierter Schutzkleidung häufig über spezialisierte Entsorgungswege. Technische Händler wie GEBR. RUNDE in Hamburg stellen dafür inzwischen zertifizierte Vernichtungsnachweise bereit, um Unternehmen bei der gesetzeskonformen Entsorgung zu unterstützen.

Arbeitsschutzfachhändler im VTH Verband Technischer Handel e.V. finden sich auf www.vth-verband.de/mitgliederverzeichnis (Fachgruppe Persönliche Schutzausrüstungen). Der Verband vergibt ein Siegel für „Zertifizierte Fachbetriebe für PSA nach VTH-Standard“ auf Basis definierter und transparenter Kriterien.

Stichwort „Industriewäsche-Tauglichkeit“

Workwear und Schutzkleidung, die nach EN ISO 15797 industriewäschetauglich ist, ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Zudem schont sie durch professionelle Pflege Ressourcen. Das macht sie nachhaltiger – in ökologischer, aber auch ökonomischer Hinsicht. Für viele Kunden des Handels zum Beispiel aus der Industrie, der Pflege- und Gesundheitsbranche, der Gastronomie oder der Lebensmittelindustrie ist die Industriewäsche-Tauglichkeit daher eine Grundanforderung.

T-Shirts von NITRAS SAFETY

T-Shirts aus der nachhaltigen Linie von NITRAS SAFETY sind zu 50 Prozent aus recyceltem Polyester gefertigt und für die Industriewäsche geeignet. Foto: NITRAS SAFETY

Hybrid-Hosen von BP Bierbaum-Proenen

Hybrid-Hosen von BP Bierbaum-Proenen vereinen Bewegungsfreiheit und Tragekomfort mit Langlebigkeit. Aus Sicht des VTH-QUALITÄTSPARTNERS, der seit 1788 tätig ist, ist die Haltbarkeit von Produkten ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit. Foto: BP Bierbaum-Proenen

Kübler Reforce

Bei der Entwicklung von Kübler Reforce spielte die Langlebigkeit eine wichtige Rolle. Eingesetzt wird ein innovatives 2-Wege-Stretchgewebe aus 50 Prozent Bio-Baumwolle, 33 Prozent recyceltem Polyester und 17 Prozent Elastomultiester. Foto: Kübler

rECOline von PLANAM

Unter der Bezeichnung rECOline führt PLANAM ein Sortiment, das aus recyceltem Polyester sowie nachwachsenden, pflanzlichen Rohstoffen (z.B. Maisstärke) besteht. Foto: PLANAM

  • VTH-PM: Länger nutzen, erst dann entsorgen

    Download
  • BP-PM: Qualität und Langlebigkeit

    Download
  • Kübler-PM: Kübler Reforce

    Download

Kontakt

Redaktionelle Wünsche und Bildanfragen richten Sie bitte an Lars Langhans, KOLLAXO Markt und Medien GmbH.

Lars Langhans
T +49 (0) 228 85 04 10 58
E-Mail: vth@kollaxo.com

Kontakt

Ihre Fragen zum Thema beantwortet Ihnen gerne Carsten Uri M.A. (VTH).

Carsten Uri
T +49 (0) 211 44 53 22
E-Mail: info@vth-verband.de

VTH-Fachgruppe „Persönliche Schutzausrüstungen”

Bei der Arbeit ist der beste Schutz gerade gut genug. Deshalb haben sich Arbeitsschutzfachhändler zur VTH-Fachgruppe „Persönliche Schutzausrüstungen” (PSA) zusammengeschlossen – für PSA von Kopf bis Fuß, von Schutzhelm bis Sicherheitsschuh.

Zur VTH-Fachgruppe PSA

Finden Sie Technische Händler und kompetente Beschaffungspartner in Ihrer Nähe, indem Sie nach Ihrer Postleitzahl oder einem Ort suchen.

zum Mitgliederverzeichnis