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Die Riemenspannung richtig einstellen
Das richtige Spannen und die fachgerechte Montage von Antriebsriemen entscheiden über das optimale Funktionieren und damit die Rentabilität von Maschinen. Wie aber gelingt das in der Praxis? Der VTH Verband Technischer Handel e.V. gibt Anwendern hierfür wichtige Tipps.

VTH-Mitglieder und VTH-QUALITÄTSPARTNER finden weitere Formate zur Verwendung für eigene Zwecke in der VTH-Mediathek. Ebenfalls verfügbar ist die Pressemitteilung „Richtiges Spannen von Maschinenriemen”.
Die Riemenspannung ist entscheidend für die effektive Funktion und Langlebigkeit von Maschinen. Eine zu geringe Spannung führt zu Schlupf, wodurch Leistung verloren geht, und der Riemen verschleißt. Eine zu hohe Spannung hingegen belastet die Lager und reduziert deren Lebensdauer. Nur eine korrekte Spannung schützt Lager vor Überlastung und sorgt für eine effiziente Kraftübertragung.
Entscheidend für Rentabilität
Eine optimale Riemenspannung wirkt sich daher unmittelbar auf die Rentabilität der Maschinen aus. Deshalb sollten alle vorbereitenden Prozesse, die in der Folge für ein optimales Funktionieren der Riemen wesentlich sind, ordnungsgemäß durchgeführt werden. Dazu gehört zunächst die korrekte Ausrichtung der Riemenscheiben und eine regelmäßige Inspektion auf Verschleiß. Vor der Montage muss der alte Riemen sorgfältig entfernt werden. Nach dem Auflegen des neuen Riemens wird die Spannung eingestellt und eine Endkontrolle durchgeführt.
Die Praxis beweist, dass unbefriedigende Laufzeiten sehr häufig auf Montage- und Wartungsfehler zurückzuführen sind.
Für einwandfreie Leistungsübertragung und ein Erreichen der üblichen Riemenlebensdauer ist es von enormer Wichtigkeit, die Riemen korrekt zu spannen. Häufig führt zu geringe oder auch zu hohe Vorspannung zum frühzeitigen Ausfall der Riemen. Ein Überspannen kann oft auch Lagerdefekte an der Antriebs- oder Arbeitsmaschine zur Folge haben. Es hat sich gezeigt, dass allgemeine Vorspannungsangaben, z.B. die Daumendruckmethode, nicht geeignet sind, Antriebe optimal zu spannen, um sie wirtschaftlich voll ausnützen zu können.Maschinenbauingenieur Robert Greifensteiner, Vertriebsleiter bei Optibelt für Mittel & Südosteuropa.
Nachfolgend eine Checkliste, die hilfreich ist, um einfach und korrekt Riemenantriebe richtig zu spannen.
1. Vorbereitung der Riemenmontage
- Sicherheitsvorkehrungen: Maschine ausschalten und gegen ungewolltes Starten sichern.
- Werkzeuge bereitstellen: Riemenspannungsmessgerät, Herstellerunterlagen nicht vergessen.
- Visuelle Prüfung: Riemen und Scheiben auf Beschädigungen, Risse, Verschmutzung, Verschleiß prüfen.
2. Mehrrillige Antriebe
- Es empfiehlt sich, für mehrrillige Antriebe satzkonstante Riemen zu verwenden. Diese können ungemessen zu Sätzen kombiniert werden.
3. Riemenmontage
- Riemen korrekt auflegen: Sicherstellen, dass der Riemen sauber in den Rillen der Scheiben sitzt.
- Horizontale Ausrichtung: mit dem Laser Pointer oder Richtschiene/Richtschnur. Max. Wellenabweichung: 0,5°.
- Vertikale Ausrichtung: Fluchtung vor und nach dem Anziehen prüfen, damit die Scheiben parallel ausgerichtet sind.
4. Erstmontage
- Die empfohlene Riemenspannung gemäß den Herstellerangaben verwenden.
- Verwendung von Frequenzmessgerät, Vorspannungsmessgerät für die Trumkraft.
- Keine Mischung unterschiedlicher Riementypen (Leistungsklassen) oder Hersteller.
5. Kontrolle
- Empfehlung: Antriebe regelmäßig z.B. nach 3 bis 6 Monaten prüfen.
- Regelmäßige Wartung: Sichtprüfung, Nachspannen und Austausch bei Verschleiß.
Allgemeine Tipps für den Umgang mit Antriebsriemen
Lagerraum
- Der Lagerraum soll trocken und staubfrei sein.
- Antriebsriemen sollten nicht gemeinsam mit Chemikalien, Lösungsmitteln, Kraftstoffen, Schmierstoffen, Säuren etc. aufbewahrt werden.
Lagertemperatur
- Die Temperatur sollte zwischen +15 °C und +25 °C liegen.
- Riemen müssen von Heizkörper und andere Wärmequellen abgeschirmt gelagert werden.
Licht, Ozon
- Antriebsriemen sollen vor Licht geschützt werden, insbesondere vor direkter Sonnenbestrahlung .
- Lagerräume sollten keinerlei ozonerzeugende Einrichtungen wie z.B. Lichtquellen, elektrische Hochspannungsgeräte enthalten.
Feuchtigkeit
- Feuchte Lagerräume sollten vermieden werden.
- Es sollte kein Kondensat entstehen können. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt am günstigsten unter 65 Prozent.
Sachgemäße Lagerung
- Es sollte darauf geachtet werden, dass die Riemen spannungsfrei (ohne Zug, Druck, sonstige Verformung) gelagert werden.
- Spannungen können eine bleibende Verformung oder auch eine Rissbildung begünstigen.
- Wenn es bei der Montage, oder im Betrieb zu Unklarheiten kommt, oder technische Unterstützung benötigt wird, kontaktieren Sie den Technischen Handel oder den Riemenhersteller.