20 Beschäftigte aus 15 Technischen Großhandlungen starten in den PSA-Fachberaterlehrgang des VTH

Praxisnahe VTH-Qualifizierung stärkt die Beratungskompetenz im Arbeitsschutzfachhandel

Arbeitsschutzgesetz, Produktsicherheitsgesetz, PSA-Verordnung: Die Zahl der gesetzlichen Regelungen im Bereich Arbeitsschutz ist groß. Ihr Ziel ist klar – Beschäftigte sollen bestmöglich vor Gefahren geschützt werden, die an vielen Arbeitsplätzen bestehen. Gerade im Handwerk, im Baugewerbe und in der Industrie können Beschäftigte zahlreichen Risiken ausgesetzt sein, etwa durch Stürze, chemische Einwirkungen, UV-Strahlung oder mechanische Gefährdungen.

Für die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des VTH-Zertifikatslehrgangs „Geprüfter Fachberater für Persönliche Schutzausrüstungen“, dessen erster Teil vom 19. (Anreise) bis zum 24. April 2026 in Siegen stattfand, gehört die sichere Orientierung in diesem komplexen Regelwerk zu den zentralen Voraussetzungen ihrer zukünftigen Tätigkeit. Denn wer Kunden bei der Auswahl geeigneter PSA berät, trägt eine große Verantwortung. Persönliche Schutzausrüstungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Gefährdungen nicht durch technische oder organisatorische Maßnahmen verhindert werden können – sie bilden damit die letzte Schutzbarriere für den Beschäftigten.

Foto (VTH): Die Teilnehmenden mit Martin Rolf (BG BAU, Wuppertal, hintere Reihe, 1. von links) und Dr. Michael Thierbach (KAN, Sankt Augustin, 1. von rechts)

Die Teilnehmenden für diese Verantwortung zu sensibilisieren und ihnen das notwendige rechtliche Grundlagenwissen zu vermitteln, war Ziel der Vorträge von Dipl.-Ing. Martin Rolf, Aufsichtsperson bei der BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft in Wuppertal. Er erläuterte unter anderem die Pflichten des Handels, aktuelle rechtliche Entwicklungen sowie die Haftungsfragen beim Vertrieb von PSA. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Struktur der gesetzlichen Unfallversicherung und in die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie.

Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen spielen im Arbeitsschutz auch die zahlreichen Normen eine entscheidende Rolle. Sie definieren Anforderungen an Schutzfunktionen und geben Orientierung bei der Auswahl geeigneter Produkte für unterschiedliche Einsatzbereiche. Deshalb waren auch die Grundlagen der Normung Bestandteil des Programms.

Im weiteren Verlauf des Lehrgangs vermittelten Referenten führender Markenhersteller praxisnahe Kenntnisse zu Auswahl, Einsatz, Pflege und Lagerung verschiedener PSA-Produktgruppen. Behandelt wurden unter anderem Schutz- und Warnkleidung, Chemikalien- und Säureschutzkleidung, Kopfschutz, Absturzsicherung sowie Wetterschutzkleidung.

Foto (VTH): Gut gelaunt stellen Heike Altenhoven und Swen Penkava (Bierbaum-Proenen, Koeln), Schutz- und Warnkleidung vor

Zwölf weitere Produktbereiche stehen im zweiten Teil des Lehrgangs auf dem Programm, zu dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Anfang September erneut zusammenkommen. Mit dem erfolgreichen Bestehen der einstündigen Klausur am Ende der Lehrgangswoche haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Grundlage geschaffen, ihre Schulung im zweiten Lehrgangsabschnitt im Herbst fortzusetzen.

Die Themen im Überblick:

Rechtliche Grundlagen und Zertifizierung
Referenten: Martin Rolf
BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Region Mitte, Fachabteilung Prävention

Normung
Referent: Dr. Michael Thierbach
Kommission Arbeitsschutz und Normung, Sankt Augustin

Schutz und Warnkleidung
Referenten: Heike Altenhofen / Swen Penkava
Bierbaum-Proenen GmbH & Co. KG, Köln

Kopfschutz
Referentin: Cordula Freiberg
VOSS-HELME GmbH & Co. KG, Burgwedel

Chemikalien- und Säureschutzkleidung
Referent: Kai-Uwe von Rhein
DuPont de Nemours (Deutschland) GmbH, Neu-Isenburg

Absturzsicherung und Abseilgeräte
Referent: Christian Klaver
MAS Absturzsicherung GmbH, Drolshagen

Wetterschutzkleidung
Referent: Michael Messner
W. L. Gore & Associates GmbH, Putzbrunn

Werkzeugsicherung
Referent: Adrian Fratoiu
Techtronic Industries Central Europe GmbH, Hilden